Weitwind
Die Freiheit "nein!" zu sagen.

Schutzstreifen

Veröffentlicht am 16. Februar 2019

Ist das Fahrradfahren auf dem Schutzstreifen für die Fahrradfahrende Person sicherer? Ist der Schutzstreifen eine Erleichterung für den Autofahrer? Ist es nicht so, dass der Schutzstreifen für die Autofahrer entwickelt wurde?
Beitragsbild für Schutzstreifen

Linientreue

Wer hat sich eigentlich "Schutzstreifen" ausgedacht? Meine Erfahrungen mit eben jenen ist äußerst schlecht. Das betrifft beide Verkehrsmittel. Das Fahrrad und das Auto.

Das Gesetz

In der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) steht in der

Anlage 3 (zu § 42 Absatz 2) Richtzeichen
Abschnitt 8 Markierungen
Laufende Nummer 22
Zeichen 340 Leitlinien:

Gebot oder Verbot

  1. Wer ein Fahrzeug führt, darf Leitlinien nicht überfahren, wenn dadurch der Verkehr gefährdet wird.
  2. Wer ein Fahrzeug führt, darf auf der Fahrbahn durch Leitlinien markierte Schutzstreifen für den Radverkehr nur bei Bedarf überfahren. Der Radverkehr darf dabei nicht gefährdet werden.
  3. Wer ein Fahrzeug führt, darf auf durch Leitlinien markierten Schutzstreifen für den Radverkehr nicht parken.

Erläuterung

Der Schutzstreifen für den Radverkehr ist in regelmäßigen Abständen mit dem Sinnbild „Radverkehr“ auf der Fahrbahn gekennzeichnet.

Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO)

Zeichen 340 Leitlinien

Vgl. § 37 Absatz 3. Schutzstreifen für Radfahrer

  1. Die Leitlinie für Schutzstreifen ist im Verhältnis Strich/Lücke 1:1 zu markieren und auf vorfahrtberechtigten Straßen an Kreuzungen und Einmündungen als Radverkehrsführung fortzusetzen.
  2. Auf die Markierung einer Leitlinie in Fahrbahnmitte ist zu verzichten, wenn abzüglich Schutzstreifen der verbleibende Fahrbahnanteil weniger als 5,50 m breit ist.
  3. Zu Schutzstreifen vgl. auch zu Nummer I 5 zu § 2 Absatz 4 Satz 2.(Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch Zeichen 237, 240 oder 241 angeordnet ist.)

Meine Sicht

Ich sehe in den Schutzstreifen vor allem eine Gefahr für die Fahrrad fahrende Person. Die Gefahr kommt meiner Meinung daher, dass die meisten Schutzstreifen nur sehr schmal sind. Gefühlt nur so breit wie der Lenker. Sie sind immer ganz am Rand der Straße direkt neben den parkenden Autos und ein Teil des Schutzstreifens ist der holprige Straßenrand. Ein Ausweichen z. B. einer aufgehenden Autotür, der Regenentwässerung (Gulli) und Fußgängern die die Fahrbahn queren wollen, ist damit nur über die "Autofahrbahn" möglich. Auch überholen einer langsameren Fahrradfahrerin oder eines langsameren Fahrradfahrers ist nur über die "Autofahrbahn" möglich.

Die meisten Autofahrer sehen in dem Schutzstreifen einen Radweg mit Benutzungspflicht. Sie geben damit der Fahrrad fahrenden Person nicht die Möglichkeit die "Autofahrbahn" mit zu benutzen. Mehr noch, sie glauben, sie können jederzeit überholen, trotz Gegenverkehr oder Engstelle. Der Sicherheitsabstand von 1,5 m bis 2,0 m wird nahezu immer deutlich unterschritten bis hin zu Kontakt von Spiegel und Lenker. Das rührt sicherlich auch daher, dass viele Autofahrerinnen und Autofahrer meinen, dass es sich gar nicht um ein Überholen handelt sondern es zwei getrennte Spuren sind: Autospur und eben Fahrradspur.

Gesetz und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Ich sehe nur eine Möglichkeit: Schutzstreifen abschaffen!

Echte Radwege bauen auch wen das bedeutet, dem Autoverkehr Platz wegzunehmen. Parkplätze, Straßenbreite einschränken oder gar die ganze Straße zu einem Radschnellweg umbauen.

Der Anfang ist, den Vorrang des Autos bei der Planung zu stoppen. Die Richtung der Planung von Fußgängerinnen und Fußgängern über Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern zur Autofahrerinn und dem Autofahrer zu ändern. Nicht zu vergessen sind auch die Lastkraftwagen. Sie brauchen viel Parkraum am besten mit einer angenehmen Infrastruktur (Toilette, Dusche, Restaurant, Grünfläche).